Basisstufe
 

„Denn einen anderen Grund oder Basis kann niemand legen ausser dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ (1.Kor.3,11)

Die Kinder sollen ganzheitlich, ihren von Gott gegebenen Gaben entsprechend, und auf den Grundlagen von Gottes Wort gefördert werden!
Die Verbindung der Kindergarten- und Schulkultur bringt die Stärken der beiden Stufen zum Ausdruck.
Die Basisstufe führt vom lernenden Spielen zum spielenden Lernen bei individuellem Lerntempo und individuellem Einstieg in die Kulturtechniken – je nach Entwicklung des Kindes. Dies ermöglicht einen stufenlosen Schuleinstieg.
Die Lernziele, die sich über 3 – 5 Jahre erstrecken, sowie die fliessenden Übergänge gewähren Kontinuität in den Entwicklungs- und Lernprozessen.
Die altersgemischte Gruppe stellt ein vielschichtiges soziales Lern- und Übungsfeld dar.
Durch den Einsatz von zwei Lehrpersonen kann der Unterricht differenziert gestaltet werden.
Ideal ist, wenn die Kinder unsere Schule ab vier Jahren besuchen. Im ersten Jahr kommen sie normalerweise an drei Halbtagen und vom zweiten Jahr an, an fünf Halbtagen.
 

Ausgangslage
Die Einführung einer Basisstufe wird in verschiedenen Kantonen der Schweiz seit einigen Jahren diskutiert.
Viele Kantone (ZH, BE, SG, TG, AG, LU, AR etc.) führen Pilotklassen.
Mit der Basisstufe sollen anstehende Probleme im Übergang vom Kindergarten zur Schule gelöst werden.

Vom lernenden Spiel zum spielenden Lernen
Die Basisstufe bietet Kindern im Alter von vier bis acht Jahren ein pädagogisches Umfeld an, in dem jedes Kind jene Aufgaben und Anforderungen erhält, die seinem momentanen Entwicklungsstand entsprechen.
Kernaufgabe der Basisstufe ist es, die elementaren Fähigkeiten und die Basisfunktionen der Kinder in einem kontinuierlichen Prozess zu fördern und aufzubauen. Die Basisstufe verbindet dazu den (zweijährigen) Kindergarten und die erste und zweite Primarklasse zu einer gemeinsamen Stufe.
Die Trennung von Kindergarten und Schule in eine Spiel- und Lernkultur wird aufgehoben. Damit trägt die Basisstufe sowohl jenen Kindern Rechnung, die sich bereits vor dem offiziellen Schuleintritt für die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen interessieren, wie auch jenen, deren Interessen und Fähigkeiten für schulische Tätigkeiten erst geweckt werden muss. Die Klassen sind altersgemischt geführt.
Nach Abschluss der Basisstufe treten die Kinder in die dritte Klasse über.
 
Zunehmende Heterogenität
Die Kinder treten mit ganz unterschiedlichen Kenntnissen und Voraussetzungen in die Schule ein. Die Heterogenität in den Klassen hat in den letzten Jahren zugenommen. Dies führt zu unbefriedigenden Situationen beim Übergang vom Kindergarten in die Schule. Auf der einen Seite gibt es immer mehr Kinder, die zurückgestellt oder in Sonderklassen eingeschult werden müssen, auf der anderen Seite steigt die Zahl jener Kinder, die bereits im Kindergarten lesen und rechnen können. Ebenfalls stark zunehmend ist die Zahl der Therapien und Förderprogramme.
 
Flexible Strukturen
In Kindergarten und Schule trifft das Kind auf zwei verschiedene pädagogische Welten. Unterschiede bestehen im Bildungsverständnis, in den Zielsetzungen und in der didaktischen Ausrichtung. Das Zurückbinden von „Spielen und Kreativität“ auf den Kindergarten und „Lernen und Leistung“ auf die Schulstufe bildet eine künstliche Trennung, die der Entwicklung der Kinder nicht entspricht, weil sich Kinder ständig zwischen diesen zwei Ebenen hin und her bewegen.
In der Basisstufe findet am Ende des Kindergartens noch keine Selektion statt.
 
Kulturtechniken
Studien belegen, dass viele Kinder bereits im Kindergartenalter ein Interesse für das Lesen, Schreiben und Rechnen zeigen. Ihre Neugierde und ihr Bedürfnis zu lernen sollte nicht künstlich gebremst werden. Die traditionelle Einschränkung, einen angemessenen Umgang mit den Kulturtechniken erst in der Schule zu gestatten, trägt der Entwicklung dieser Kinder nicht Rechnung.
 
Schultyp für individualisierendes Spielen und Lernen
Verschiedene Studien zeigen, dass im Bereich Übergang Kindergarten – Schule pädagogischer Handlungsbedarf besteht. Zur Lösung anstehender Probleme wird empfohlen, den Kindergarten und das erste bezw. zweite Schuljahr zu einer Stufe im Bildungswesen zusammenzuführen. Als Basisstufe soll dieser neue Schultyp die Bedingungen für individualisiertes Spielen und Lernen erfüllen.

Das heisst unter anderem:
 
Die Lernziele der Basisstufe sind auf mehrere Jahre ausgerichtet.
Die Spiel- und Lernumgebung der Basisstufe sind so beschaffen, dass die Kinder ihrem Entwicklungsstand und ihren Interessen entsprechend lernen können.
Damit Überforderung und Unterforderung vermieden werden können, sollen die Kinder Lernprozesse in ihrem eigenen Tempo durchlaufen können.
Gott hat die Menschen sehr verschiedenartig geschaffen. Jedes Kind ist einzigartig und dessen Entwicklung in Gottes Hand. Auch Jesus hat jeden von seinen Jüngern seiner Reife entsprechend geschult und gelehrt.
Die Basisstufe ist wie eine Familie, in der jedes Kind nach seinen Fähigkeiten andere lehrt oder von anderen lernen kann.